Am 7. Dezember musste ich meinen Pardo gehen lassen. Er war eigentlich vermeintlich fit, hatte nur seit dem Sommer immer wieder ein Atemgeräusch. Die Lunge war immer frei, er sah fit aus und war fröhlich. Es wurde eine Allergie vermutet. Seit dem Sommer hatte er auch immer wieder links ein leicht tränendes Auge, welches auf keine Behandlung anspracht. Mitte November war er dann plötzlich verschleimt. Der Verdacht war ein Infekt der oberen Atemwege. Er wurde leicht bewegt und es floss auch immer Schleim ab. Auch da war noch immer fröhlich bei der Arbeit. Am 7. Dezember ging es ihm auf einmal richtig schlecht und er hatte plötzlich eine Beule unterhalb des Jochbeins. Ich rief den Pferdedentisten, der glücklicherweise einen Termin frei hatte an diesem Tag, da ein anderer Patient ausgefallen war. Ich fuhr nachmittags zum Stall und ging fest davon aus, dass Pardo nun ein Zahn gezogen werden muss. In dem Alter ist das nicht ungewöhnlich. Leider kam es alles anders und ich saß zwei Stunden später neben meinem toten Pferd. Die Diagnose war niederschmetternd. Pardo hatte in der Nase links einen 15 x 8 cm großen Tumor, der nun die ganze Nase verschlossen hatte. Er bekam nicht mehr genug Luft. Der Tumor war inoperabel. Pardo wurde nur 22 Jahre. Mittlerweile kann ich sagen, dass wir Zwei fröhlich bis zuletzt sein durften. Es ahnte ja niemand etwas von diesem großen Tumor. Ich dachte immer er wird ganz alt. Dieses Pferd war für mich etwas ganz Besonderes. Er fehlt unendlich.

 

Foto: Friederike Scheytt