Umgangsformen und klassische Reitkultur
- Andrea Lipp

- 9. Nov. 2014
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Aug. 2024
Eine Gruppe steht an der Bande und redet schlecht über das was in der Bahn geschieht. Alltag in vielen Reitställen.Warum liegt es im Menschen, dass er über das was anders ist oder was er nicht versteht schlecht redet? Warum können verschiedene Gruppen und dies bezieht sich nicht nur auf die Pferdewelt, nicht friedlich nebeneinander bestehen? Es liegt im Menschen, dass die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ein gewisses Gefühl des „Besserseins“ mit sich bringt. Eine Gruppe entsteht durch einen gemeinsamen Wertekontext. Vereinfacht gesagt verbinden Gruppen sich über Dinge die ihnen wichtig sind.
Klassische Reitkultur bedeutet immer einen fairen, höflichen und wohlgesonnen Umgang mit dem Partner Pferd und mit den Menschen in der Umgebung (Mitglieder der Stallgemeinschaft, Kunden und auch Ausbilderkollegen). Lautes Getöse im Reitstall, wo konzentriert in feiner Harmonie mit dem Pferd gearbeitet werden soll, passt nicht zur klassischen Reitkunst. Am Umgang mit dem Pferd und mit den Menschen lässt sich vieles ablesen im Hinblick auf die jeweilige Grundeinstellung. Schön wäre eine Pferdewelt in der die verschiedenen Reitweisen nebeneinander respektiert und interessiert beobachtet werden. Allen Reitern gemein ist die Liebe zum Pferd. Biomechanisch gibt es nur eine richtige Art Pferde auszubilden. Und hier gibt es in jedem „Lager“ feine Pferdemenschen die einfach schön reiten und wunderbar anzusehen sind. Wünschenswert wäre eine Reiterwelt in der man sich an den positiven Bildern der Anderen erfreut und Anderes versucht zu verstehen sowie durch den Blick über den Tellerrand seinen eigenen Horizont erweitert. –
Foto Copyright Sven Cramer




Ein wirklich hervorragender Beitrag, der die Seele der klassischen Reitkultur auf den Punkt bringt: Respekt und Achtsamkeit. Diese Werte zeigen sich nicht nur im direkten Umgang, sondern auch in der unsichtbaren Struktur, die wir unseren Pferden geben. Pünktlichkeit bei Fütterung und Training ist eine grundlegende Form des Respekts vor den biologischen Rhythmen des Pferdes. Selbst moderne Hilfsmittel können diese klassische Haltung unterstützen. Eine schlichte, aber funktionale Uhr kann da eine interessante moderne Ergänzung sein, die Ordnung schafft, ohne die Ästhetik zu stören.
Die Zeit als unsichtbare Säule der Harmonie
Die im Artikel beschriebene feine Harmonie zwischen Reiter und Pferd entsteht nicht nur im Sattel. Sie beginnt lange davor, mit der Schaffung einer verlässlichen und stressfreien Umgebung. Pferde sind Gewohnheitstiere, deren…